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Die Heldenreise – Das Abenteuer der Selbstbefreiung

Transformation, Neubeginn und inneres Erwachen

Am symbolischen dritten Tag des „schwarzen Neumondes“ beginnt eine neue Welt. Nicht im Außen – sondern im Menschen selbst.

Die Heldenreise beschreibt genau diesen Prozess:
Ein bewusstes Sterben alter Identitäten. Ein Loslassen des gewohnten Ichs. Ein Neubeginn aus dem inneren Nichts.

Unverbraucht. Regeneriert. Voller Potenzial.

Im  Seminar dazu wird dieser Übergang nicht nur verstanden, sondern erlebt. Die Teilnehmenden durchlaufen einen realen, emotionalen und verkörperten Transformationsprozess – ein symbolisches Sterben und Erwachen. Der alte Held stirbt seinen Ich-Tod und kehrt als neuer, bewusster Mensch zurück.

Es gibt Mythen voller Dunkel. Sie scheinen eine Vergangenheit zu haben, die sie selbst nicht mehr wissen, von ihr her sind sie mit Sinn beladen, den sie nicht mehr sagen können. Nur um den Menschen durch jene notwendigen Gehalte des Lebens, die seine naturhaft unausweichlichen Krisenpunkte bedeuten, ohne Schiffbruch zu geleiten. (Zimmer, Heinrich, Indische Sphären, 1935)

Autorin: Ninon Hensel
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Inhalt:

Steigerungslogik
Heldentum ist innerlich
Verweigerung
Die Heldenreise und ein neues Bewusstsein / Perspektivwechsel
Anfängergeist
Befreiung

Die Heldenreise als uraltes Übergangsritual

Die Heldenreise ist ein zeitloses Ritual des Übergangs von einem Lebensabschnitt in den nächsten. Solche Schwellenzeiten gehören zum Menschsein. Sie folgen einer inneren Dramaturgie, die in Mythen, Religionen und Geschichten weltweit sichtbar wird.

Der Mythenforscher Joseph Campbell erkannte dieses universelle Muster und prägte den Begriff der „Hero’s Journey“. Auch der Schriftsteller James Joyce sprach vom „Monomythos“ – einer archetypischen Struktur, die sich durch alle Kulturen zieht.

Ob in spirituellen Überlieferungen, großen Romanen oder modernen Filmen:
Die Heldenreise erzählt immer dieselbe Geschichte – die Entwicklung des Menschen durch Krise, Prüfung und Bewusstseinswandel.

Wann immer Menschen Geschichten erzählen oder vorspielen, wandeln sie ihr eigenes inneres Erleben in sichtbare Handlungen um. Darin finden sich Zuhörer:innen wieder – und die Erfahrung der Transformation wird für alle begreifbar.

Das Heldenreise Seminar knüpft genau hier an: Es macht dieses archetypische Muster zu einer persönlichen Erfahrung.

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Steigerungslogik

Wir Menschen neigen dazu, ständig äußere Lösungen zu suchen, während wir unsere inneren Kräfte oft vernachlässigen. Die Heldenreise lädt ein, diese innere Kraft bewusst zu aktivieren – im eigenen Tempo und in einem geschützten Rahmen.

Wir müssen ungeheuer schaffen, schaffen, schaffen, um überhaupt einen Lichtblick in Richtung Freiheit für möglich zu halten. Der Hauptpunkt ist, daß wir uns geleitet von Not und Angst und Sicherheitsinteressen, denen wir selbst andauernd den materiellen Anlaß schaffen, nicht auf unsere inneren Kräfte, die prinzipiell mit der kosmischen Entwicklung konform sind, verlassen, sondern noch mehr Trägheitsmoment, noch mehr tödliche Masse produzieren, um dem Tod zu entgehen und Befreiung zu erlangen. (Bahro, Rudolf, 1991, Zugänge zum Wesen der ökologischen Krise)

Mit einem Marketingblick betrachtet, ist die Heldenreise das perfekte Produkt: Sie erreicht den Menschen direkt im Herzen, in der Seele.

Ob in der Unterhaltungsindustrie, in Storytelling oder in Propagandaveranstaltungen – die Struktur  bleibt immer dieselbe. Joseph Campbell, der amerikanische Mythenforscher, verglich Religionen, Mythen und Sagen der ganzen Erde und entdeckte ein wiederkehrendes Grundmuster menschlicher Entwicklung.

Der irische Schriftsteller James Joyce nannte in seinem letzten Roman Finnegans Wake ein solches Schema „a monomyth“ – ein Monomythos. Campbell entlehnte diese treffende Bezeichnung für den Zyklus seiner „Hero’s Journey“.

Die Heldenreise ist immer die gleiche Geschichte – und doch niemals langweilig. Selbst das Leben Jesu Christi oder Buddhas folgt diesem Kreislauf.

Im religiösen Leben der “zupackenden”, allzu geschäftigen Mehrheit der Menschen überwiegt der historische Faktor. Das ganze Ausmaß ihrer Erfahrung bewegt sich im öffentlichen Bereich ihrer Kultur und läßt sich historisch untersuchen. In den geistigen Krisen und Erkenntnissen der “einfühlenden” Personen mit mystischem Einschlag jedoch, ist es der nichthistorische Faktor, der überwiegt, und für sie ist die Bilderwelt ihrer Überlieferung – einerlei wie hochentwickelt sie sein mag – lediglich ein mehr oder weniger taugliches Mittel dazu, eine Erfahrung wiederzugeben, von der sie jenseits des Gesichtskreises dieser Bilderwelt mit unmittelbarer Gewalt getroffen wurden.
Denn in letzter Analyse ist die (religiöse) Erfahrung psychisch und im tiefsten Sinne spontan; sie vollzieht sich im Inneren, ist aber in einem solchen Maße für die gesamte Menschheit konstant, überall wo sie auftritt und allen Bildern Sinntiefe verleiht. Der Schamane repräsentiert diese Tiefe des Erlebens auf der Ebene der Urvölker, wie es der Mystiker, Dichter und Künstler auf den anderen Sprossen der Kulturleiter tun. (Campbell, Joseph 1959, Mythologie der Urvölker)

Heldentum ist innerlich

In jeder menschlichen Existenz, in uns allen, steckt die Anlage mythisch zu werden – Heros und Träger des Göttlichen – wenn einer sich auf den Weg macht, zu werden was er ist. ( Zimmer, Heinrich, Indische Sphären, 1935)

Alle Geschichten und Mythen dieser Welt machen eine innerweltliche Entwicklung begreifbar, die jede:r Einzelne mindestens einmal im Leben erfahren sollte. Durch Geschichten erleben Menschen ihre eigene Transformation erneut oder bereiten sich auf eine bevorstehende Veränderung vor.

Am Ende der Heldenreise verändert sich der Blick auf die Welt. Rückkehrende Reisende nehmen ihre Umwelt neu wahr – voller Staunen. Transformierte Menschen handeln aus einem Bewusstsein heraus, das ihnen zuvor nicht zugänglich war. Sie tragen Veränderung in die Welt – mit Liebe, Mitgefühl, Vertrauen und Verständnis.

Die seltene Erscheinung des wahren Helden tritt über den Horizont, der keiner Götterhilfe, keiner Zauberwaffen bedarf, der nicht erbebt wo alle zittern. Aber was er Einziges, Unerhörtes ist, vermag er einzig aus sich selbst. Heldentum ist innerlich: in uns wird überwunden oder nirgendwo. (Zimmer, Heinrich, Indische Sphären, 1935)

Verweigerung

Wer seine innere Transformation verweigert, kämpft lange gegen sich selbst, lebt in unendlicher Krise und erlebt Stress, Krankheit oder Sinnverlust. Symbolisch zeigt das Tarot diese Phase als den „Hanged Man“.

Die Heldenreise lädt ein, diese inneren Kämpfe bewusst zu durchlaufen, statt sie zu externalisieren. Wer sie annimmt, findet Kraft, Freiheit und innere Klarheit.

Menschen, die diese Transformation nicht durchlaufen, träumen vielleicht von Heldentod oder ekstatischer Befreiung durch andere, folgen narzisstischen Führern oder werden Teil eines Personenkults – eine Warnung, die Mythen und Historie gleichermaßen dokumentieren.

Personenkult → übermäßige Verehrung und Glorifizierung einer in der Regel noch lebenden Person, die eine – behauptete oder tatsächliche – Vorbildfunktion hat. Er tritt in allen gesellschaftlichen Bereichen auf, sehr häufig in Politik, Unterhaltungsindustrie, Sport und Kultur. In seiner modernen Ausprägung ähnelt er dem Starkult, mit dem Unterschied, dass an einen Star oder an einen Prominenten geringere moralische Ansprüche gestellt werden. Verwandte Begriffe sind charismatische Herrschaft, Heiligenverehrung, Totenkult und Heldenverehrung. Da sich der Personenkult propagandistisch instrumentalisieren lässt, ist er ein Merkmal vieler Diktaturen. Wikipedia, 07.01.2021

Every heart, every heart to love will come
But like a refugee.

Ring the bells that still can ring
Forget your perfect offering
There is a crack, a crack in everything
That’s how the light gets in.

L. Cohen, Anthem, 1992

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Die Heldenreise und ein neues Bewusstsein

Die Schlachten in Mythen und Heldenepen veranschaulichen, wie intensiv der Krieg im Menschen selbst tobt. Doch die Heldenreise zeigt auch: Der Sieg ist möglich, er fällt den Held:innen zu – durch Erkenntnis und Integration ihrer Lebensenergie.

Helden und Heldinnen bringen nach ihrer Reise Neues in die Welt. Sie repräsentieren ein weiteres, tieferes Bewusstsein. Perspektivenwechsel, innere Klarheit und Handlungsfähigkeit entstehen von selbst.

Entwicklung ist Selbstverwirklichung, ist Individuation. Insofern die Individuation eine heroische oder tragische, das heißt eine schwerste Aufgabe darstellt, bedeutet sie Leiden, eine Passion des Ich, nämlich des empirischen, gewöhnlichen, bisherigen Menschen, dem es zustößt seiner sich frei dünkenden Eigenwilligkeit beraubt zu werden. Das Drama des archetypischen Christusleben beschreibt in symbolischen Bildern die Ereignisse im bewussten und bewußtseinstranszendenten Leben des Menschen, der von seinem höheren Schicksal gewandelt wird. (Jung, Carl Gustav, 1940, in Psychologische Deutung des Trinitätsdogmas)

Ein solcher Vorgang ist „jenseits der Worte“ denn er lässt sich nicht durch eine Verweisung auf irgendetwas erklären. Der Geist wird, – für einen Augenblick, für einen Tag oder vielleicht für immer – von der inneren Unruhe, genießen, siegen oder rechthaben zu müssen, befreit, die dem Nervennetz entspringt, in das die Menschen verstrickt sind. Bei einem aufgelösten Ich ist in dem Netz nichts als Leben – das überall und immerdar ist. (Campbell, Joseph, 1959, Mythologie der Urvölker)

Anfängergeist

Der Anfängergeist verliert seine Kraft, wenn er festgehalten wird. Selbstzufriedenheit blockiert die Transformation. Wer Held:in sein will, muss sich Krisen unentwegt stellen und das menschliche Herz im Konflikt mit sich selbst verstehen.

Mythen, Religionen und Geschichten sind poetische Symbole dieser inneren Prozesse – nicht wörtlich zu verstehen. Sie zeigen die universellen Wahrheiten über das menschliche Herz und seine Entwicklung.

Das wörtliche Verständnis des Mythos zerstört seinen Sinn. (Campbell, Joseph, Mythologie der Urvölker, 1959)

Befreiung

Die tiefgreifende Transformation kann nur gelingen, wenn Menschen sich selbst immer wieder in ihrer innersten Tiefe begegnen. Wer sich seinen Schwächen stellt und den Ruf der Selbstbefreiung annimmt, aktiviert seine inneren Wesenskräfte.

„Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft.“
(Paulus, 1 Kor 15, 42.43)

Das Seminar der Heldenreise bietet die Möglichkeit, diese inneren Prozesse bewusst zu durchleben, innere Widerstände zu lösen und ein neues Bewusstsein zu entwickeln.

Wer sich seiner inneren Transformation stellt, lebt frei, bewusst und im Einklang mit kosmischen Rhythmen. Das Wahre, Schöne und Gute tritt sichtbar hervor. Dies ist die eigentliche Heldentat – und der Lohn jeder gewagten Heldenreise.

Jeder Suchende ist eingeladen, dieses Abenteuer des vollständigen Lebens zu wagen – in unseren Angeboten oder auf dem eigenen, inneren Heldenweg.

Das Seminar „Heldenreise“ war und ist für mich eine unfassbare, unbeschreibliche und initiierende Erfahrung. Die Faszination und Dankbarkeit für diesen Prozeß und das Leben ist seitdem stetig in mir spürbar geblieben. Gern gebe ich diese Erfahrung auch an Dich weiter. Die Heldenreise als Seminar nach Paul Rebillot basiert auf der Gestalttherapie. Sie ist die absolute Basis meiner therapeutischen Arbeit die ich heute traumainformiert vorwiegend nach nach NARM® gestalte.
Ninon Hensel (Leiterin Schatzberg Akademie)

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